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Der Dinosaurier braucht kein Label — was Artikel 50 des EU AI Act wirklich verlangt

Am 2. August 2026 greift die Kennzeichnungspflicht des EU AI Act. Bußgelder bis 15 Millionen Euro, ein Drittel der Unternehmen unvorbereitet — und ein Markt, der ordentlich Panik verkauft. Was wirklich ein Label braucht, und warum ein rennender Dinosaurier kein Deepfake ist.

27. Juli 2026 4 min LESEN VON TIM KAPPEL

Ein Dinosaurier rennt durch eine futuristische Stadt. Komplett KI-generiert, komplett erfunden, komplett offensichtlich. Trotzdem lesen sich gerade viele Beiträge so, als bräuchte genau dieses Bild ab sofort ein Warnschild.

Der Stand: Deadline 2. August, ein Drittel unvorbereitet

Seit 02.08.2026 gilt Artikel 50 des EU AI Act. Bußgelder bis 15 Millionen Euro sind möglich. Laut Berichten und Gesprächen mit diversen Kontakten in den letzten Monaten meinerseits hat bisher ein Drittel der Unternehmen überhaupt noch nicht angefangen, sich vorzubereiten und steht auf den ersten Blick erstmal völlig blank da.

Kein Wunder, dass gerade ordentlich Panik verkauft wird. Oft von genau den Anbietern, die an der Angst mitverdienen.

Was Artikel 50 wirklich verlangt

Die Realität ist nüchterner:

  • Ein KI-Text, den ein Mensch inhaltlich geprüft hat und für den jemand namentlich geradesteht, braucht kein Label. Rechtschreibprüfung zählt nicht. Echte Prüfung schon.
  • Ein Deepfake ist per Definition ein Inhalt, der einer echten Person, einem echten Ort oder Ereignis täuschend ähnlich sieht. Ein rennender Dinosaurier erfüllt das schlicht nicht.

Wo es kritisch wird — und wo nicht

Kritisch wird es erst dort, wo Inhalte für echt gehalten werden sollen. Und eigentlich noch kritischer dort, wo ein ganzes Geschäftsmodell auf genau dieser Täuschung aufbaut.

Ein realistisches, klar gekennzeichnetes Produktbild in der Werbung dürfte dagegen kaum jemanden stören. Ungefähr so wenig wie das Servierbild auf der Tiefkühlpizza irgendjemanden über die reale Portion täuscht.

Übrigens: Dieser Text

Dieser Text ist mit Hilfe von KI entstanden und von mir persönlich geprüft. Braucht laut Artikel 50 also auch kein Label.

Wer verkauft hier eigentlich die Angst?

Die nüchterne Frage bleibt: Wer verkauft hier eigentlich die Angst, und wem nützt sie?

Tim Kappel — KI-Praktiker und Builder
Tim Kappel
KI-Praktiker & Builder. Sechs Jahre KI-Verantwortung im MDAX-Konzern, heute eigene Produkte unter PRYME und AI Practice Lead bei mesakumo.
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