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Drei Anbieter für dieselbe Aufgabe — was das Pentagon über Multi-Modell-Strategie zeigt

Auf GenAI.mil laufen seit dieser Woche Gemini, ChatGPT Mil und Grok for Government parallel — für bis zu 3 Millionen Beschäftigte. Erklärtes Ziel: Vendor Lock verhindern. Bemerkenswert ist, wer fehlt: Anthropic, wegen eigener Sicherheitsauflagen — laut Gericht zu Unrecht.

30. Juli 2026 3 min LESEN VON TIM KAPPEL

Wer nur einen KI-Anbieter hat, hat kein Redundanzproblem. Er hat ein Abhängigkeitsproblem.

Was auf GenAI.mil passiert

Das zeigt gerade ausgerechnet das US-Verteidigungsministerium. Seit dieser Woche laufen auf der zentralen KI-Plattform GenAI.mil nicht mehr nur Googles Gemini, sondern zusätzlich ChatGPT Mil von OpenAI und Grok for Government von xAI. Zugriff haben bis zu 3 Millionen zivile und militärische Beschäftigte, 1,7 Millionen nutzen die Plattform schon aktiv.

Drei Anbieter für dieselbe Aufgabe. Ich lese das nicht als Komfort, sondern als Absicherung. Ein Sprecher des Ministeriums sagte es selbst so: Man wolle „Vendor Lock verhindern und langfristige Flexibilität sichern.”

Wer fehlt — und warum das interessant ist

Bemerkenswert finde ich, wer dabei fehlt: Anthropic. Das Pentagon hatte Claude im Februar als „Supply-Chain-Risiko” eingestuft, nachdem Anthropic auf eigenen Sicherheitsauflagen gegen Überwachung und autonome Waffen bestanden hatte. Vergangene Woche erklärte eine Bundesrichterin genau diese Einstufung für rechtswidrig.

Der Anbieter mit den strengsten eigenen Leitplanken fliegt also zuerst raus. Ein Gericht sagt: zu Unrecht.

Architektur statt Zufall

Bemerkenswert finde ich aber auch, wie explizit die Kriterien hier sind: Datenverwendung, Sicherheitsauflagen, Aufgaben-Fit.

Genau das fehlt in vielen Unternehmen hierzulande. Dort entsteht Multi-Modell selten aus einer Entscheidung, sondern aus der Überlagerung von einem Rahmenvertrag und einem Pilotprojekt irgendeiner Fachabteilung. Sieht am Ende ähnlich aus, ist aber Zufall statt Architektur.

Die nüchterne Frage: Könnten die meisten Unternehmen ihre eigenen Auswahlkriterien für KI-Anbieter überhaupt benennen, wenn man sie danach fragt?

Tim Kappel — KI-Praktiker und Builder
Tim Kappel
KI-Praktiker & Builder. Sechs Jahre KI-Verantwortung im MDAX-Konzern, heute eigene Produkte unter PRYME und AI Practice Lead bei mesakumo.
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