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Werden durch KI 100 Stunden frei, ist damit noch kein Euro verdient

KI spart Zeit, aber verdient ist damit noch nichts. In der BCG-Studie „AI at Work“ geben 66 Prozent der regelmäßigen KI-Nutzer ohne Führungsrolle an, wenig oder keine Anleitung zu bekommen, was sie mit der gesparten Zeit tun sollen.

24. Oktober 2026 2 min LESEN VON TIM KAPPEL

Werden durch KI 100 Stunden frei, ist damit noch kein Euro verdient. Verdient ist er erst, wenn jemand entschieden hat, was in diesen Stunden passiert.

Was die BCG-Studie zeigt

Genau diese Entscheidung fehlt oft. In der Studie „AI at Work“ von BCG vom Juni mit knapp 11.750 Befragten geben 66 Prozent der regelmäßigen KI-Nutzer ohne Führungsrolle an, dass sie wenig oder keine Anleitung bekommen, was sie mit der gesparten Zeit tun sollen. Die Ersparnis selbst ist dabei nicht klein: 42 Prozent dieser Nutzer sparen nach eigener Angabe mindestens einen vollen Arbeitstag pro Woche.

Ohne Vorgabe verteilt sich diese Zeit im Tagesgeschäft. Sie ist dann vorhanden, taucht aber in keiner Kennzahl auf.

Zur Einordnung: BCG nennt diese Gruppe Frontline-Beschäftigte und meint damit Angestellte im Büro ohne Führungsverantwortung (White Collar), nicht Beschäftigte in der Produktion. Beide Zahlen sind Selbstauskünfte aus derselben Auswertung mit 8.989 der 11.749 Befragten.

Die Frage vor dem Rollout

Deshalb gehört eine Frage vor den Rollout: Wohin soll die frei werdende Kapazität fließen? Im Service kann das der Rückstand an Wartungsberichten sein, in der Angebotserstellung die Anfragen, die bisher liegen bleiben. Nach drei Monaten lässt sich dann prüfen, ob sich dort etwas bewegt hat.

Das ist eine Führungsaufgabe. Kein Tool nimmt sie einem ab.

Eine Einschränkung

In Bereichen mit stark schwankender Auslastung ist ein Teil der gewonnenen Zeit als Puffer sinnvoll. Nicht jede Stunde muss verplant werden.

Ist bei euch festgelegt, wohin die durch KI gewonnene Zeit fließt?

Quellen: BCG, AI at Work 2026, Pressemitteilung und Folien 6 und 7 (3. Juni 2026).

Tim Kappel, KI-Praktiker und Builder
Tim Kappel
KI-Praktiker & Builder. Seit zehn Jahren KI, von der Forschung bis in den MDAX-Konzern. Heute eigene Produkte unter PRYME und AI Practice Lead bei mesakumo.
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