Drei Artikel, drei Rabatte für dasselbe Modell: was die Opus-5.5-Preisrunde über deine KI-Kalkulation verrät
Anthropic und OpenAI haben am selben Tag ihre Preise gesenkt. Für Claude Opus 5.5 kursieren in der Fachpresse gleichzeitig 20, 40 und 60 Prozent Rabatt, alle drei korrekt, nur gegen unterschiedliche Referenzwerte gemessen. Was am Monatsende zählt, ist keine dieser Zahlen.
Drei Artikel, drei Rabatte. Für dasselbe Modell.
Anthropic hat am Dienstag Claude Opus 5.5 veröffentlicht. In der Fachpresse ist es 20, 40 oder 60 Prozent günstiger. Alle drei Zahlen stimmen. Sie messen nur gegen etwas anderes:
Drei Zahlen, ein Modell
- 20 Prozent: Listenpreis gegenüber dem Vorgänger Opus 5.
- 40 Prozent: unter der Annahme, dass das Modell für dieselbe Aufgabe weniger Token braucht.
- 60 Prozent: gegenüber dem bisherigen Flaggschiff Fable 5.1.
OpenAI hat am selben Tag die Preise für GPT-6 Sol halbiert. Im Kleingedruckten steht: Ab 272.000 Token Input kostet der gesamte Request doppelt so viel Input und das Anderthalbfache an Output. Wer lange Verträge oder ganze Codebasen verarbeitet, zahlt also plötzlich wieder Vorgängerpreise.
Ich halte die Preisrunde trotzdem für eine gute Nachricht. Leistung wird billiger.
Was am Monatsende zählt
Was mich stört, ist der Weg in die Tabellenkalkulation. Eine dieser Zahlen landet in der Budgetplanung für 2027. Meistens die schönste.
Die Rechnung am Monatsende kennt aber keine Schlagzeile. Sie kennt Verbrauch und Kontextlänge. Beides wächst, sobald Agenten in Schleifen arbeiten statt einmal zu antworten.
Die Unternehmen, die von dieser Preisrunde profitieren, erkenne ich an einer Sache. Sie können pro Anwendungsfall sagen, was eine erledigte Aufgabe heute kostet. Nicht pro Token. Pro Ergebnis.
Die nüchterne Frage: Kennt das eigene Controlling die Kosten pro erledigter Aufgabe oder nur den Preis pro Million Token?